Fachberatung

Der Giersch

Im Editorial der März-Ausgabe war eine hübscher Artikel über Un­kräuter, den ich an dieser Stelle erneut aufgreifen möchte, da Un­kräuter, die man aus der Sicht von Biologen besser Wildkräuter nennen sollte, eigentlich eine hochinteressante Pflanzengattung sind. In jedem Fall handelt es sich hier um Pflanzenarten, die mit jeder Lebensbedingung zurecht kommen, deren wahrer Nutzen in der Wissenschaft aber noch nicht vollends erforscht und belegt ist. Darunter befinden sich aber auch noch solche, wo man noch nicht genau weiß, ob man sie lieben oder hassen soll. Eine davon ist der Giersch, den man botanisch als Aegopodium podagraria bezeichnet. Sie ist die einzigste in Europa vorkommende Art aus der Familie der Apiaceaen (Doldenblütler). Der botanische Gattungsname Aegopodium leitet sich ab von dem griechischen Wort aigopódēs – „ziegenfüßig“ „Ziege“ und „Fuß“ – und bezieht sich auf die Form der Blätter, die an einen Ziegenfuß erinnern. Die Bezeichnung der Spezies podagraria weist darauf hin, dass diese Pflanzenart seit Jahrhunderten in der Volksmedizin zur Linderung der Schmerzen bei Rheumatismus und Gicht (Podagra) Verwendung fand.

Wie erkenne ich den Giersch? 
Die eindeutigsten Erkennungsmerkmale der Gierschpflanze ergeben sich aus dem Blatt. Er ist eigentlich die erste Pflanze, die nach der Winterpause bereits im März austreibt. Sehr markant ist, dass ein Einzelblatt jeweils aus zweimal drei Blättern besteht und die Blattränder stark angesägt sind. Wenn der Giersch frisch aus dem Boden treibt, sind die Blättchen noch zusammengefaltet und erinnern an den Fuß einer Ziege. Die Blattfarbe ist anfänglich hellgrün, später dunkelsattgrün. Im Jugendstadium ist der Blattstiel bräunlich rot, später auch grün. Auffallend ist die dreieckige Form der Blattstiele, sie sind glatt und unbehaart. Die Wurzeln selbst sind weiß und bis zu 3 mm dick und bilden unterirdisch ein Netzwerk von sehr stark verzweigten Rhizomen aus. An deren jeweiligen Enden befinden sich bereits die ziegen­fußähnlichen Knospen, aus denen sich eine neue Pflanze bildet. Die Doldenblüte erscheint im Juni mit zahllosen, ca. 3 mm großen, weißen bis zartrosafarbigen Blütchen mit jeweils fünf Blütenblättern. Die hellen Doldenblüten sind ein Eldorado für Schmetterlinge und viele andere Insekten, unter anderem auch ganz viele Wildbienen. Besser ist aber, man lässt es im Garten gar nicht so weit kommen, dass die Blüten durch diese Gartenhelfer bestäubt werden, denn die äußerst fertilen Samen tragen rasch zu einer starken Verbreitung bei.

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Ihr Peter Hagen