Fachberatung

Ein Hochbeet im Garten

Wie so oft im Gartenbau sind Trendideen, wie z.B. das Hochbeet, nicht unbedingt etwas absolut Neues, das fortan die Welt verändert. Diese vermeintlich neue Anbaumethode ist vielmehr das Abbild einer uralten Kulturtechnik, mit der bereits vor Jahrhunderten erfolgreich Pflanzen zur Ernährung der Welt-Bevölkerung produziert wurden. Über einen langen Zeitraum sind Hochbeete in Vergessenheit geraten und urplötzlich wieder zu neuem Leben erwacht. Nach Aussagen der österreichischen Journalistin und Gartenfachbuchautorin Ute Woltron haben alle sesshaften, indigenen Völker in Nord- und Südamerika bereits vor vielen Jahren landwirtschaftliche Pflanzen in erhöhten Beeten angebaut. Im Reich der Azteken gab es raffinierte Hochbeet- systeme, die mit einer Einfassung aus Wacholderholz und Teich- binsen aufgebaut wurden. Sie betrieben ihre Landwirtschaft insbesondere in sumpfigen Gebieten, teilweise sogar als eine Art schwimmende Gärten. Auch die Römer und Griechen kannten die angehobenen Beete. Im Mittelalter war es bei uns üblich, die Außenkanten von Beeten mit Kieferknochen von großen Tieren einzugrenzen. In Vulkangebieten, so z.B. Hawaii oder Neuseeland, verwendet man bis zum heutigen Tag Hochbeete aus Lavagestein. Sehr eindrucksvoll kann man das noch bei den Ausgrabungen der Ureinwohner auf der Insel Teneriffa durch Thor Heyerdahl sehen. Bei allen Aufzählungen darf man natürlich die Chinesen nicht vergessen, die bereits vor gut 4000 Jahren mit Steinen, gesinterten Ziegeln oder Keramiken derartige Beete errichtet haben. Aus dem 17. Jahrhundert wurde eine recht fragwürdige Bauweise in England beschrieben, die aus einer hohen Einfassung mit einem Bleimantel bestanden haben soll. Berichte, wie die Bevölkerung mit der Bleizugabe zurecht- gekommen ist, liegen leider nicht vor.

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Ihr Peter Hagen
(Text und Fotos)