Fachberatung

Erden, Substrate und Bodenverbesserer

Der wichtigste Ausgangsstoff für gärtnerische Kultursubstrate, Erden und Bodenverbesserer ist nach Ansicht der Fachleute nach wie vor der Torf. Dieser Naturstoff beinhaltet alle wichtigen Ausgangstoffe die zur Herstellung von Erden und Substraten erforderlich sind und das in einer natürlichen, ständig gleich- bleibenden Qualität. Torf ist in der Lage, das 10-fache von seinem Gewicht an Wasser aufzunehmen und zu speichern. Ist er allerdings einmal ausgetrocknet, ist eine erneute Wasser- speicherung sehr schwierig. Als Rohprodukt hat Torf einen sehr niedrigen pH-Wert, dafür ist die Abbauregion sowie die eigentliche Torfart verantwortlich. Eine weitere Bedeutung ergibt sich auch aus der Abbaumethode (Gewinnung), die sich maßgeblich auf die Qualität des Rohproduktes auswirkt. Man unterscheidet grob zwischen Weiß- und Schwarztorf. Letzterer wird insbesondere für Spezialkulturen verwendet, die einen niederen pH-Wert benötigen, so wie Rhododendron, Azaleen, Heidebegleitpflanzen, aber auch Hortensien. Weißtorf wird von der Erdenindustrie aufwendig mit Kalk, Dünger und unterschiedlichen Zuschlagstoffen aufbereitet, um damit maßgeschneiderte Erde und Substrate zu fertigen. Das betrifft insbesondere die Produkte für den Erwerbsgartenbau, aber auch in einem nicht zu unterschätzenden Maße den Bereich der Hobbygärtner. Diese Gruppe verwendet laut einer Erhebung aus dem Jahre 2018 rund 2,3 Millionen Tonnen Torf und baut diese Menge gezielt in die heimischen Gartenböden ein. Auch hier handelt es sich um zumeist aufbereitete Torfprodukte. Nicht aufbereiteter Torf nützt einem Gartenboden auch nicht besonders viel, er dient dann fast ausschließlich als Belüftung und bedingt als Wasserspeicher.
Moore besitzen die geniale Eigenschaft CO₂ zu speichern, was unserer Umwelt sehr zugute kommt. Dieses Gas hat eine zerstörende Eigenschaft, die sich sehr negativ auf unsere Umwelt auswirkt und weitgehend für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht wird. Diese Speicherung ist insbesondere in intakten Moorflächen zu beobachten, allerdings auch noch in trockengelegten Flächen, jedoch nur solange diese unberührt liegen bleiben. Nun wirkt sich aber leider der Abbau von Torf negativ auf unser Klima aus. Das betrifft intakte Moore, die noch entwässert werden müssten, aber auch den Torfabbau auf bereits trockengelegten Flächen und die landwirtschaftlich genutzt werden. Torfabbau auf noch intakten Mooren ist in Deutschland grundsätzlich nicht möglich und sogar verboten. Alle Moore stehen in der Bundesrepublik unter strengstem Natur- schutz. Torf wird und kann ausschließlich auf bereits entwässerten Flächen abgebaut werden und die jährliche, abbaufähige Menge von Torf ist flächenmäßig sehr genau reglementiert und festgelegt. Riesige Gebiete in Norddeutschland bestanden vor hunderten von Jahren als große Moorflächen, die man im Verlauf der Zeit allmählich trocken gelegt und dadurch auch erst nutzbar und bewohnbar gemacht hat. Heutzutage werden bei uns keine Moore mehr zerstört. Im Gegenteil, die Firmen die Torf abbauen dürfen, haben im Anschluss die Auflagen, diese Flächen wieder zu vernässen. Es gibt schon wieder Hektar große Flächen, die renaturiert worden sind. Das ist allerdings eine langwierige Angelegenheit, denn ein Moor, das aus unterschiedlichen Sphagnum Moosen und anderen Pflanzen besteht, wächst pro Jahr nur etwa einen Millimeter nach. Natürlich stammt der reine Torf nicht nur aus Deutschland, Torf wird in großem Stil aus Russland, Lettland, Finnland und Schweden nach Deutschland importiert.

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Ihr Peter Hagen
(Text und Fotos)