Wildbiene des Monats Mai 2020:

Schwarze Köhlersandbiene
(Andrena pilipes, FABRICIUS 1781)

Unsere Wildbiene des Monats Mai 2020 ist etwa honigbienengroß und somit eine der kräftigeren heimischen Sandbienen-Arten. Mit ihren dunklen Flügeln ist die deutsche Namensbezeichnung, „Schwarze Köhlersandbiene“, zutreffend: Mit ihrer überwiegend schwarzglänzenden Färbung des Brust- und Hinterleibs wirkt sie für ungeübte Augen auf den ersten Blick eher wie eine Fliege, doch die helle Schienenbürste und das zweite Flügelpaar weisen sie eindeutig als Wildbiene aus.
Neben Verbreitungsgebieten in Nordafrika, Kleinasien, dem Fernen Osten und bis nach Ost-China treffen wir die Bienenart mäßig häufig in allen Sandgebieten Deutschlands und sogar auf Helgoland an. Als Art des Offenlandes bevorzugt sie Flugsandfelder, Dünen und schütter bewachsene Böden wie offene Wege und Böschungen. Zu ihren Lebensräumen gehören aber auch Ruderalstellen und Magerrasen. Als bodennistende Bienenart bevorzugt sie für den Nestbau Sandböden und gelegentlich auch lehmige Böden.

Unter optimalen Bedingungen nistet die Schwarze Köhlersandbiene auch in Kolonien. Dazu gräbt sie eigenständig schmale Hohlräume, um darin ihre Brutzellen anzulegen. Eine Besonderheit dieser Bienenart ist die Bildung einer zweiten Generation im Jahr (bivoltin). Die Frühjahrsgeneration fliegt von Anfang April bis etwa Ende Mai. Durch einen schnellen Lebenszyklus der Nachkommen fliegt die zweite Generation, die Sommergeneration, von Anfang Juli bis September. Neben weiteren Sandbienenarten durchlaufen auch einige Mauer- (Osmia) und Blattschneiderbienen (Megachile) zwei und selten auch drei Generationen in einem Kalenderjahr. Auch wenige Wespen- (Nomada) und Maskenbienen (Hylaeus) bilden teilweise zwei Generationen in einem Jahr aus.
Durch die zwei Bienengenerationen binnen eines Kalenderjahres verwundert es nicht, dass die Schwarze Köhlersandbiene relativ „unspezialisiert“ in ihrer Nahrungswahl ist. Von den sieben aufgesuchten Pflanzenfamilien haben sie eine Vorliebe für Kreuzblütler (Cruciferen). Neben Vertretern wie Raps (Brassica napus), Acker-Senf (Sinapis arvensis) und Barbarakraut (Barbara vulgaris) werden aber auch Korb-, Dolden-, Schmetterlings- und Lippenblütler sowie Rosengewächse angeflogen.

Um Wildbienen wie die Schwarze Köhlersandbiene im eigenen Umfeld zu fördern, empfiehlt es sich, für ein ganzjähriges Blühangebot auf dem Balkon, der Terrasse oder im eigenen Garten zu sorgen. Achten Sie dabei auf die Wildformen der heimischen Pflanzen mit ungefüllten Blüten. Wenn Sie zudem noch jeweils früh und spät blühende Arten aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Pflanzenfamilien wählen, ist der Tisch für unsere heimische Wildbienenart reich gedeckt.

Stiftung Mensch und Umwelt, www.deutschland-summt.de