Hummeln sind wichtige Helfer im Garten

Die Wichtigkeit von Bienen zur Bestäubung von Obst- und Gemüsesorten ist landläufig anerkannt. Weniger bekannt ist allerdings die Tatsache, dass Bienen vorwiegend bei schönem Wetter fliegen; bei regnerischer Witterung bleiben sie im Stock. Genau dann aber, bei ungünstigerem oder kaltem Wetter, im zeitigen Frühjahr und im Herbst, fliegen auch die Hummeln und befruchten die Blüten.
Neben den bekannten Erdhummeln, die in fast jedem Garten anzutreffen sind, gibt es noch etliche andere Arten, wobei die Hälfte, wie Deich-, Moos-, Obst- und Samthummeln, bereits vom Aussterben bedroht und in die Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen worden sind.
Schuld daran ist häufig das Abmähen von Böschungen, Gräben, Weg-, Wiesen- und Feldrändern oder der Einsatz von Unkrautvernichtungs-
mitteln auf diesen Flächen. Die Hummeln werden dadurch ihrer wichtigen Trachtpflanzen und damit ihrer Existenz beraubt. Auch gründlich aufgeräumte Gärten mit monotoner Bepflanzung können den Tieren kein Zuhause bieten, und ein Verzicht auf Insektizide im Garten sollte heutzutage nicht nur für den Erhalt der Hummeln selbstverständlich sein.
Eine unentbehrliche Rolle spielen Hummeln bei den spezialisierten Blütenformen, die sich im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung herausbildeten. Bienen können z.B. nicht über die Staubgefäße an den Nektar des Eisenhutes gelangen und somit die Blüte nicht befruchten im Gegensatz zu Hummeln. So deckt sich das Verbreitungsgebiet des Eisenhutes in Nordamerika, Europa und Asien randscharf mit dem Vorkommen dieser Insekten.
Wie die Honigbienen entwickeln Hummeln Staaten, allerdings von nur ca. 500 Einzeltieren. Ähnlich wie bei den Hornissen und Wespen überwintern nur die begatteten jungen Königinnen. Im Frühjahr suchen sie sich einen Nistplatz, wobei die im Garten vorkommenden Hummelarten vor allen Dingen unter der Erde nisten; mit im Fachhandel erhältlichen Hummelkästen lassen sich diese Tiere fördern. Nimmt eine Königin ein Nest an, oft alte Mäuselöcher, verarbeitet sie als erstes eine Tracht Pollen und Nektar und legt darauf einige Eier ab, aus denen sich die ersten Arbeiterinnen entwickeln. Die Königin konzentriert sich danach ganz auf das Eierlegen und das Sammeln des Futters; die Versorgung der Larven wird von den Arbeiterinnen übernommen.
Zum Herbst entstehen voll ausgebildete Männchen und Weibchen im Hummelvolk. Sie paaren sich, die Königinnen nehmen noch einmal Nahrung auf und suchen sich dann einen Überwinterungsort. Locker aufgeschüttete Laub- und Reisighaufen im Garten geben Hummeln einen guten Winterschutz.
Im Garten wird jetzt im Sommer darauf geachtet, dass Hummelnester nicht aus Unkenntnis zugeschüttet werden. Angst braucht man vor den zuweilen auf den Blüten stark brummenden Tieren nicht zu haben; sie sind vollkommen harmlos und stechen nicht.

Text: Peter Busch, Foto: Seaq68/pixabay.com