Dem Bienensterben entgegentreten – erfolgreich aktiv werden

Knapp 3.100 Menschen engagieren sich beim bundesweiten Pflanzwettbewerb 

„Lokal handeln“ war die diesjährige Devise des Pflanzwettbewerbs der Initiative „Deutschland summt!“. Die Stiftung für Mensch und Umwelt hatte in einem ungewöhnlichen Format Gemeinschaften aller Art dazu aufgerufen, aktiv zu werden, die „Schaufel in die Hand zu nehmen“ und naturferne Flächen als neuen Lebensraum für Bestäuberinsekten zu gestalten. Und der Funke sollte auf andere überspringen. 276 Teilnehmergruppen mit insgesamt knapp 3.100 aktiven Bürgern aus Städten und Gemeinden aller Bundesländer präsentierten vom 1. April 2018 bis zum 31. Juli 2018 ihre Beiträge auf www.wir-tun-was-fuer-bienen.de. Sie zeigten Vorhernachher-Bilder, stellten ihre Gruppen und die Motivation für ihr Handeln sowie Erfahrungen mit der Nachbarschaft dar. In den Kategorien:

• Balkone, Terrassen, Dachbegrünung, vertikale Gärten
• Kitagärten/ Schulgärten
• Kommunale Flächen, Parks, Baumscheiben
• Privatgärten und Gärten von Mietwohnungen
• Firmen-, Institutions- und Vereinsgärten
• Kleingartenwesen: Parzellen und Gemeinschaftsgärten

konnten Gruppen und Einzelpersonen am Pflanzwettbewerb teilnehmen. Durch den Wettbewerb wurden unzählige Stauden, Spät- und Frühblüher, Kräuter, Wiesenblumen auf ca. 149.771 Quadratmetern, also knapp 150 Hektar gepfl anzt und insektenfreundliche Kleinstrukturen wie Nisthilfen, Trockenmauern, Kräuterspiralen oder Lesesteinhaufen gebaut nund Wasserstellen angelegt.
Katrin Boersen, die das Projekt „Es begann mit einem Insektenhotel“ einreichte, schildert ihre Erfahrung so: „Unser Garten hat sich in diesem Jahr so sehr verändert! Mit der Veränderung ist ein Leben eingezogen, wie ich es zuvor nie kannte. Meine Begeisterung überträgt sich auch immer mehr auf andere Menschen, die vielleicht nicht den ganzen Garten umbauen werden, aber kleine Inseln mit mehr einheimischer und wilder Natur zulassen.“


1. Preis, Kat. Kleingartenwesen: Gartenfreunde der Kolonie Zukunft –
Am Vereinsplatz soll's summen (Berlin-Mitte)
Foto: https://wir-tun-was-fuer-bienen.de/media.html

Eine fünfköpfige Wettbewerbsjury suchte die jeweils besten Projekte im Sinne der (Wild)Bienen und der Multiplikation für das Thema aus. Unter dem Motto „Wir tun was für Bienen“ begrüßte die Stiftung am 15. September 2018 im Rahmen einer Prämierungsfeier die meisten der Gewinner in Berlin, wo die Beiträge präsentiert und mit Geld-, Sachpreisen und einer Urkunde ausgezeichnet wurden.
So erhielt beispielsweise der 15-jährige Leander aus Oberbayern in der Kategorie „Balkone, Terrassen, Dachbegrünung, vertikale Gärten“ den ersten Platz. Er schreibt: „Das Insekten- und vor allem (Wild!-) Bienensterben hat früher oder später Einfluss auf jeden von uns und unsere Umwelt, daher sollte schnellstmöglich an diesem Problem gearbeitet werden. Da man aber schon mit der kleinsten Fläche und ein paar heimischen Wildpfl anzen zur Bekämpfung dieses Problems beitragen kann, sollte man mit großer Freude an ein Projekt wie meinem herangehen und wird bald die Liebe zu Wildbienen, heimischen Pflanzen, anderen Lebewesen und dem Natur- und Artenschutz entdecken.“
Auch die Initiatoren der Stift ung für Mensch und Umwelt – Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer – sind begeistert vom Erfolg der Aktion: „Der Wettbewerb ist eine wirklich tolle Möglichkeit zu zeigen, wie jeder und jede vor seiner Haus- und Bürotür etwas für den Schutz der Wildbienen und die Natur tun kann: Wiesen einsäen, Frühblüher und Stauden pflanzen und ergänzend dazu Strukturen anlegen.“

Jenny Billmann, Stiftung für Mensch und Umwelt