Pflanzenportrait

Ungebetene Gartenbesucher im Kleingarten

 

Auch wenn man als Gärtnerin oder Gärtner große Sorgfalt und Mühe in den Kleingarten investiert, es gibt immer wieder Situationen, in denen uns etwas einen Strich durch die Rechnung macht. Das können verschiedene „ungebetene“ Besucher im Garten sein, wie etwa Rehe, Wildschweine, Marder, Ratten oder Wühlmäuse. Nicht aller Schaden lässt sich immer verhindern, aber mit einigen (umweltverträglichen und tierfreundlichen) Tipps lässt er sich zumindest minimieren.

Rehe

Vor allem wer in Waldnähe gärtnert weiß ein Lied zu singen von den hungrigen Waldbewohnern, die sich uneingeladen zu einem Festessen im Garten einfinden. Gerade im Winter, wenn das Nahrungsangebot knapp ist, begeben sich Rehe gerne auf Futtersuche in Gärten. Die sicherste Maßnahme, um Rehe aus dem Kleingarten fernzuhalten, ist ein ausreichend hoher Zaun oder eine hohe Hecke. Beide sollten mindestens 1,70 Meter hoch sein, denn Rehe könnten sonst darüber springen. Eine dichte Hecke sieht nicht nur schön aus, sondern bietet Vögeln und anderen Lebewesen Rückzugsorte. Frisch gepflanzte Bäume lassen sich am besten mit Kunststoffmanschetten vor Verbiss schützen.

Was Rehe vertreiben kann, ist Hundegeruch. Ein Hund, der im Garten frei herumläuft und damit seinen Duft vertreibt, ist also eine weitere effektive Schutzmaßnahme.

Wühlmäuse

Die gefräßigen Wühlmäuse können große Schäden anrichten, wenn sie sich mal im Garten einquartiert haben. Sie fressen vor allem Wurzeln und können somit junge Obstbäume komplett absterben lassen. Das lässt sich vorbeugen, indem schon beim Pflanzen der Bäume der Wurzelballen mit engmaschigem Draht eingewickelt wird.

Ansonsten lassen sie sich durch Duft abschrecken: es gibt einige Pflanzen, um die sie einen weiten Bogen machen. Pflanzt man diese geschickt zwischen die Reihen oder an die Gartenränder, wird es für die Wühlmäuse ungemütlich. Folgenden Pflanzen wird eine Wühlmaus-abschreckende Wirkung nachgesagt: Knoblauch, Fritillaria, Narzissen, Schwarzer Holunder, Steinklee und Kreuzblättrige Wolfsmilch.

Wildschweine

 Die ungebetenen Besucher hinterlassen große Schäden in Gärten, indem sie ihn mit ihrer Schnauze umgraben und zertrampeln. Hier hilft vor allem ein stabiler Zaun um den gesamten Garten. Nahrungsquellen wie zum Beispiel Kompost oder Fallobst sollten unzugänglich gemacht werden. Manche Gartenbesitzer haben außerdem mit Wildrepell Erfolg. Das sind Pellets, die von den Wildschweinen gefressen werden und anschließend einen abstoßenden Geschmack entwickeln, der die Tiere für eine gewisse Zeit vom Garten fernhält.

Ratten

Ratten sind vor allem wegen der Infektionsgefahr nicht willkommen im Kleingarten, denn sie können gefährliche Krankheiten übertragen. Um die Nager vom Garten fernzuhalten, hilft vor allem, sämtliche Nahrungsquellen zu entfernen. Essensreste dürfen nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Vogelfutter sollte nicht in Bodennähe verteilt werden, sondern für Ratten unzugänglich in einem Futterspender aufgehängt werden. In vielen Gemeinden gilt eine Meldepflicht für Rattenbefall, und oft ist dann professionelle Hilfe gefragt.

Ansonsten kann die Anwesenheit von Katzen oder Hunden abschreckend auf Ratten wirken. Auch natürliche Fressfeinde können Populationen in Schach halten, dazu gehören Eulen und Steinmarder.

Marder

Ein Marder muss nicht zwingend aus dem Kleingarten vertrieben werden. Zum Problem wird er, wenn er sich im Haus einnistet oder wenn Hühner gehalten werden. Wichtig ist vor allem, Zugänge zu Unterschlüpfen (wie zum Beispiel Dachboden) zu verschließen. Bestimmte Ultraschallgeräte können ebenfalls helfen, Marder fernzuhalten. Den besten Schutz für Hühner bietet ein fester Zaun und ein mardersicherer Stall ohne Durchschlupfmöglichkeiten.

Naomi Bosch