Die Bahn-Landwirtschaft e.V. gibt als Dachverband die monatliche Fachzeitschrift "Eisenbahn-Landwirt" für jedes Mitglied heraus.
Alte Obstsorten – "Lord Grosvenor"

Die Apfelsorte „LORD GROSVENOR“ wurde als Zufallssämlig in England gefunden und um l880 nach Deutschland eingeführt. Die Sorte ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Der Wuchs des Baumes ist schwach bis mittelstark. Die Krone ist hochkugelig. Die Sorte ist wenig krankheitsanfällig. Die Ansprüche an den Boden und an die Lage sind gering. Das Fruchtholz muss regelmäßig verjüngt und überreicher Fruchtbehang ausgedünnt werden. Die Sorte blüht mittelfrüh und anhaltend. Die Blüten sind unempfindlich gegen Frost und Nässe. Sie ist ein guter Pollenspender (diploid).
Der Ertrag setzt früh ein und ist sehr hoch. Die Früchte sind groß bis sehr groß. Das Fruchtfleisch ist grünlich weiß, feinzellig, weich, mild süßsäuerlich und wenig aromatisch. Die Form ist kugelig bis hochgebaut, zum Kelch hin schmaler. Die Schale ist geschmeidig, fettend, fest, voll reif hellgelb und bildet keine Deckfarbe. Der Kelch ist groß, geschlossen, mit breiten lang zugespitzten Blättchen. Die Kelchgrube ist flach, zwischen deutlichen Rippen und Perlen. Der Stiel ist mäßig dünn. Die Stielgrube ist flach und weit, kaum berostet. Die Kelchhöhle ist lang und spitzkegelförmig. Das Kernhaus ist weit offen und groß. Die Wände bohnen- bis mondsichelförmig. Die Kerne sind dunkelbraun, eiförmig und kurz gespitzt. Die Pflückreife ist bereits im August, die Genussreife nur 2 bis 3 Wochen. Der Lord Grosvenor ist ein sehr fruchtbarer und robuster Kuchenapfel mit großen Früchten, der sehr früh reift und reich trägt. Er ist aufgrund seiner Robustheit zudem unproblematisch im Anbau. Eine Verwendung für den Landschaftsobstbau ist wegen des eher schwachen Wuchses und der frühen Reife nicht ratsam. Theo Bauer

